Was ist Baurecht ?

Das Baurecht regelt die Rechtsbeziehungen zwischen allen am Bauvorhaben beteiligten
Personen, Unternehmen und Behörden. Das können zum Beispiel Bauherren,
Grundstückseigentümer, Bauleiter, Bauunternehmen, Nachbarn und Bauaufsichtsbehörden
sein. Dabei unterscheidet man zwischen dem öffentlichen und dem privaten Baurecht. Das
öffentliche Baurecht umfasst das Planungsrecht, Bodenordnungsrecht und Bauordnungsrecht
oder einfacher ausgedrückt alle Vorschriften von Bund und Ländern, die regeln was von wem
wie und wo gebaut werden darf oder muss. Damit fallen unter das öffentliche Baurecht zum
Beispiel Bebauungspläne, Baugenehmigungen, Bauauflagen, Sondervorschriften wie
Denkmalschutz und Straßen- und Weggesetze, die Erschließung und Teilbarkeit von
Grundstücken, Enteignungen und Verpflichtungen zu Sanierungsmaßnahmen sowie die
Festlegung der Nutzungsart. Für Rechtsstreitigkeiten ist das jeweilige Verwaltungsgericht
zuständig. Das private Baurecht hingegen unterliegt dem Zivilrecht und basiert auf dem
Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Es gilt für alle rechtlichen Beziehungen zwischen den
unmittelbar und mittelbar am Bau beteiligten Personen. Zu den unmittelbar beteiligten
Personen zählen beispielsweise Eigentümer, Bauherren, Ingenieure, Statiker, Architekten
Bauunternehmen und Subunternehmer. Mittelbar beteiligte Personen können Nachbarn oder
andere von einer Baumaßnahme Betroffene sein. Im Normalfall werden die einzelnen
Bereiche der Bauvorhaben vorher durch Verträge (Architektenverträge, Bauverträge etc.)
geregelt, auf die sich die Parteien dann bei Rechtsstreitigkeiten berufen. Zu den klassischen
Streitfällen zählen Bauverzug, fällige Restarbeiten, Baumängel, Schadensersatzforderungen
und Zahlungsforderungen. Wird bei Auseinandersetzungen keine außergerichtliche Einigung
erzielt, so entscheidet im privaten Baurecht ein Schiedsgericht oder Zivilgericht.